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Lautloses Sprengen

Zur Zeit wird das Kellergeschoß im Trakt II der ehemaligen Poliklinik, Markersdorfer Straße 12 in Chemnitz umgebaut.
Im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahmen galt es, eine Rampe aus Stahlbeton mit den Abmessungen 24 m x 2,50 m x 2,50 m abzubrechen. Ehemals diente die Rampe als Behindertenzufahrt für das Erdgeschoß der medizinischen Einrichtung. Durch Änderung der Raumfunktionen entfiel die Bedeutung und Notwendigkeit einer zweiten Zufahrt.
Die Stahlbetonkonstruktion befand sich unmittelbar an der Außenlängswand des Gebäudes.
Die Schwierigkeit in der Auswahl der Arbeitsmethode zum Abbruch der Rampe bestand darin, ein Verfahren zu wählen, das den Ablauf im Ärztehaus wenig beeinflußt. Zum einen mußte der Schallpegel der Abbruchgeräte im erträglichen Maß bleiben, zum anderen durften keine Vibrationen und Schwingungen die sensiblen medizinischen Geräte außer Betrieb setzen. Ganz besondere Beachtung wurde dem unmittelbar angrenzenden Serverraum geschenkt. Auf keinem Fall durfte der Zentralserver für die  Bildverarbeitung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Nach einer umfangreichen Recherche fiel die Entscheidung auf den Einsatz von „BETONAMIT“. Bisher gab es keinerlei Erfahrung im Umgang mit diesem  explosionsfreien Sprengmittel. Auch die Wirksamkeit in der Anwendung war bis dato nicht bekannt.
BETONAMIT, made in Liechtenstein, ist ein Quelldruckmittel für lautlose, vibrations- und steinschlagfreie Abbrucharbeiten. Es ist anwendbar in geschlossenen Räumen, aber auch im Freien.
Die gemahlene Substanz basiert auf gebrannten Kalk und alkalische Bindemittel.
Unter Einhaltung eines genauen Mischungsverhältnises  wurde das Pulver mit  Wasser angerührt und in bis 1 m tiefe Bohrlöcher eingefüllt. Die 40 mm großen Löcher wurden im Raster von ca 60 cm mittels einer Handbohrmaschine und einem Spezialbohrer schlagfrei in die Stahlbetonwände niedergebracht.
Nach 1 – 2 Tagen entfaltete das Quellmittel einen Expansionsdruck bis zu 6000 t/m².
Tatsächlich konnten nach zwei Tagen in der Stahlbetonkonstruktion Risse bis zu 1-1,5 cm festgestellt werden.
Der Abtrag der stark perforierten Stahlbetonwände erfolgte anschließend durch Abgreifen mit leichtem Gerät und zugleich in transportablen Blöcken. Damit entfiel das weitere Zerkleinern an der Abbruchstelle.
In mehreren Abläufen (Bohren, „Sprengen“, Abtragen) konnte die Rampe in 14 Tage nahezu „lautlos“ beseitigt werden.
Die Beurteilung über die Wahl der Abbruchmethode und über den Einsatz des Quellmittels „BETONAMIT“ fiel bei dem verantwortlichen Ingenieurbüro, bei dem ausführenden Unternehmen wie auch beim Bauherrn selbst positiv aus.