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Unterirdischer Löschwasserbehälter (ULB)

Unterirdische Löschwasserbehälter werden in der Regel eher selten geplant und ausgeführt.
Aber der Möglichkeiten gibt es viele.
Und so stand letzendlich die Aufgabe, für das Bauvorhaben „Neubau einer Lagerhalle mit Außenanlagen“ in Stützengrün, eine Löschwassermenge von ca 630 m³ zu bevorraten.
Zum einen sah das Brandschutzkonzept für die Hallenkonstruktion auf Grund der hohen Brandlast eine Sprinkleranlage vor.
In der Bemessung ergab sich eine erforderliche Wassermenge von 430 m³.
Diese kann im Ernstfall aus dem Wasserleitungsnetz nicht bereitgestellt werden, zumal diese Menge (430.000 l) in zwei Stunden mittels einer Pumpenanlage über die Hallenfläche versprüht wird.
Zum anderen forderte die örtliche Brandschutzbehörde eine zusätzliche Löschwassermenge von mindestens 200 m³. Bedingt durch die örtlichen Gegebenheiten (Einordnung, Bodenverhältnisse, Bauablauf etc) wurde die Lösung in einem unterirdischen, monolithischen Stahlbetonbehälter gesucht.
Der Behälter besteht aus fast drei nahezu gleich großen Kammern. Zwei der Kammern sind durch große Öffnungen miteinander verbunden, eine Kammer ist von beiden anderen durch eine Zwischenwand getrennt.
Das 21 m lange, 11 m breite und ca 5 m tiefe Erdbauwerk steht auf einer ca 1,50 m mächtigen Auffüllung.
Die Besonderheit des Vorhabens liegt in den örtlich bedingten ungünstigen Abmessungen ( 2 x B = L) und den „leidlichen“ Bodenkennwerten.
Als statisches System wurde ein Behälter, bestehend aus Bodenplatte (d = 30 cm), darauf stehenden biegesteif angeschlossenen Wänden (d = 30/40 cm) und einer gelenkig gelagerten Deckenscheibe (d = 30/35 cm) aus einzelnen Stahlbetonplatten, gewählt.
Zur Lastverteilung unter den Behälterwänden und zur zusätzlichen Gesamtaussteifung lagert die Bodenplatte auf bewehrte Streifenfundamente. Zwischen Bodenplatte und Streifenfundamente befinden sich zwei Lagen PE-Folie, die eine Trennung schaffen und Verschiebungen zulassen.
Um die geforderte Wasserdichtheit durch die Rißsicherheit zu gewährleisten, war ein extrem hoher Bewehrungsgrad, besonders in der Bodenplatte und des unteren Wandanschlusses notwendig.
Die auftretenden Spannungen während des Abbindeprozesses erforderten eine zusätzliche horizontale Bewehrung  in den Wänden.
Die Abdichtung der Arbeitsfuge Bodenplatte – Wand erfolgte mit bentonitbeschichteten Dichtungsblechen.
Die im oberen Wandkopf umlaufend einbetonierten Stahldollen ( DN 32 mm ), bilden die Dübel für die vorbereiteten, mit Mobilkran verlegten Deckenelementen mit einer maximalen Eigenlast von ca 11 t. Der Kranstandort erforderte den Einsatz eines Mehrlastfremdkranes mit 120 t Tragkraft.
Die zu gewährleistende Frostsicherheit forderte eine Mindest-Erdüberdeckung. Zusätzlich zu den Eigenlasten und  den Erdauflasten mußten  noch die Verkehrslasten aus der Feuerwehr-Umfahrt berücksichtigt werden.
Diese erhöhten Anforderungen wirkten sich gravierend auf den Stahleinsatz aus. So darf dieses Bauwerk  unter den Gegebenheiten und den Planabläufen zu den nicht gewöhnlichen Vorhaben gezählt werden.